Montag, 19. Oktober 2009

Donnergrollen überall

-so kommt es mir jedenfalls vor. Nicht nur, dass wir gerade wirklich vollends in der Regenzeit sind, es immer wieder stürmt, blitzt, donnert und vor allem gewaltig aus allen Kübeln schüttet (jedenfalls 5-10mal stärker als in was man so in D kennt), nein, natürlich ist auch der Strom täglich mehrmals weg, damit natürlich auch Licht und Internet... Ich finde das ja gar nicht so schlimm, das ist eben so am  Äquator zur Regenzeit, und das Schauspiel der Wolken, die Stürme, die Blitze... das hat etwas Gewaltiges, Schönes und auch Ehrfurcht-gebietendes. Oft wache ich nachts aus, höre den Sturm an den Fenstern rütteln, den Regen prasseln, die Hunde jaulen... und ich finde es entspannend. Naturgewalten sind etwas Geniales. Gut, die vermatschten Strassen sind der unschöne Nebeneffekt, doch der Natur tut es gut. Darum ist es hier  (in Zentral-Uganda) immer so grün und das Grün ist viel satter als das in Deutschland, genauso wie auch die Erde viel dunkler ist. Uganda ist vielfältig und farbenroh, sowohl die Menschen als auch die Tiere und die Natur. Immer wieder bin ich überwätigt und kann mich kaum satt sehen.

Doch nicht nur in Hinsicht auf die Natur, donnert es, auch auf meiner Arbeit. Mal wieder erlebe ich den Unterschied der Kulturen und der Arbeitsweisen hautnah ziemlich krass. Geht es in der fortschrittlichen Welt weg vom Herrschen hin zu selbstständigem teambasiertem Handeln, so scheint hier in Uganda immer noch die harte Linie gefragt zu sein. Teamgeist, Kooperation und Motivation, nunja, das wirkt sich hier oft kontraproduktiv aus. So erlebe ich, dass Mitarbeiter "big-headed" werden, arrogant, zickig und überheblich, dabei völlig unkooperativ und rebellisch. Was da hilft? Offenbar nur eine harte Hand und Macht-Poker.
Meine Aufgabe ist es, den Service hochzuheben, dafür zu sorgen, dass Abläufe reibungslos und klar ablaufen, Line of Command eingehalten wird, Kasse und Lager stimmen etc.pp. Und wie ich bemerke, muss ich meine Linie ändern. Es grummelt und donnert. Doch das ist okay, denn ich ziehe die Zügel an, doch ich werde auch sehen, wie es sich verbessern und funktionieren wird.

Die Unterschiede in den Kulturen, hmm, jede Woche bemerke ich auf's Neue, dass sie noch stärker und tiefer sind, als bisher gedacht, auch nach bald 2,5 Jahren... und das wird auch so weitergehen.
Mein Anliegen und Wunsch für mich ist es, das alles besser zu verstehen, den richtigen Weg zu gehen, dabei positiv gestimmt zu bleiben und immer wider frohen Mutes den neuen Tag zu beginnen.

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