Sonntag, 26. August 2007

Kurzer Rückblick der ersten 2 Wochen in Afrika

Ich bin nun seit gut eineinhalb Wochen auf dem heissen Kontinent. Mittlerweile habe ich viele "erste Male" hinter mich gebracht... mein erster Flug alleine, meine erste Nacht in Entebbe, meine erste Boda-Boda-Fahrt und auch die erste Matatu-Fahrt. Mein erster Gottesdienst, mein erster Supermarktbesuch, meine erste Magenverstimmung... insgesamt ist Uganda ein Land, dass ich ins Herz geschlossen habe, soweit man das nach so kurzer Zeit denn sagen kann. Sicher, man muss umdenken in vielerlei Hinsicht, doch ich merke auch, dass mir das anscheinend nicht so schwer fällt wie einigen anderen. Zur Zeit ist hier eine Bibelschule. Wir sind 21 Deutsche und viele, viele Afrikaner, vor allem Mitarbeiter/Lehrer von VfA. Wir Weissen wohnen im ehemaligen workers house, etwas abseits vom Rest des Compounds. Die Truppe ist sehr gemischt und es gibt so einige, die sich nur schwerlich mit der Einfachheit und Unplanbarkeit arrangieren können. Das Essen, das Wasser und die Duschen, aber auch die Taxis, die Strassen und die Menschen: alles ist ihnen zu dreckig bzw. nicht hygienisch genug... Nun ja. Hier ist es chaotisch und auch nicht so rein wie bei uns, aber wir sind hier schließlich in Afrika, oder? Und wenn man sich darauf einlassen kann, fühlt man sich irgendwie auch befreit. Zum einen, weil einem bewußt wird, wie gesegnet und beschenkt wir so sind, zum anderen, weil Wertigkeiten sich verschieben.
Hier fällt einmal am Tag der Strom aus. Wir haben zwar auch eine gewisse Kapazität an Solarstrom (für etwas Licht), aber auch die ist begrenzt. In der Regel fällt der Strom abends zwischen halb acht und halb zehn aus. Allerdings hat es auch schon mal einen Tag gedauert. An der Stromversorgung hängt auch unsere Wasserpumpe, was bedeutet, dass wir auch immer wieder kein fliessendes Wasser haben. Die letzten Tage war außerdem die Pumpe kaputt, und auf einmal registriert man, wie besonders es ist, sauberes Trinkwasser en masse zu haben. Wir haben momentan nur Regenwasser und zusätzlich füllen wir ein paar Kanister für den Tag von einer anderen Quelle. Nun gibt es hier Menschen, die (vielleicht auch zu recht) nach der Unbedenklichkeit der Qualität des Wassers fragen. Ich für mich habe, wie alle anderen permanenten oder längeren Mitarbeiter, entschieden, dass es mir nichts tun wird. Ja, auch ich hatte schon meine elende Nacht. Aber ich glaube, dass ist die typische Reaktion, die jeder Europäer einmal nach einiger Zeit macht. Ich glaube, dass es sich damit für mich erst einmal erledigt hat. Ich habe einen Gott, der für mich sorgt und der mir zugesagt hat, mich zu bewahren. Wenn ich dieses Vertrauen nicht hätte, dann müßte ich eigentlich diese ganze Sache abschreiben.
Mittlerweile habe ich eine schwarze Mamaba und eine Puffotter gesehen. Beide waren glücklicherweise schon tot, aber es zeigt doch, dass es neben Moskitos noch andere nicht ungefährliche Tiere gibt! Die Landschaft und die Tierwelt sind einfach nur der Hammer. Wenn ich morgens in der Küche stehe und die Morgendämmerung über diesem urwaldigen grünen Land sehe, möchte ich hier gar nicht mehr weg, so wunderschön ist es hier. Das Land ist so fruchtbar! Man hackt ein bißchen wildes Gras zur seite und schon hat man besten Boden. Überall bauen die Menschen hier etwas an. Auf unserem Gelände (was etwa 70 ha umfasst, wovon allerdings nur der geringste Teil bereits befriedet ist) wachsen Papaya, Bananen, Jackfrucht und vieles mehr. Zum Frühstück und zum Nachtisch gibt es frisches Obst, morgens selbstgemachten Maracujasaft. Wir haben das Glück, einen einheimischen Koch in unsrem Haus wohnen zu haben. Das gute daran ist, er kocht würzig und lecker. Heute gab es zum Beispiel erstmalig Nudeln Bolognese und abends Pizza. Es gibt hier kein Abendbrot im europäischen Sinn. Man isst warm. Morgens gibt es Weissbrot und anderes Brot habe ich auch noch nicht gesehen. Daher glaube ich, dass ich in naher Zukunft entweder das Backen anfange oder beim teuren Belgier in Kampala einkaufen werde...
Das waren so die schönen Seiten, die ich bisher erfahren habe, zu den anderen werde ich bei gegebener Zeit auch berichten...

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