Freitag, 20. Juli 2007

Identität -Teil III (homo imago Dei)

Ich suche weiter.

Diese Gesellschaft gibt mir also keine Antwort auf die Frage nach der Identität, im Gegenteil, sie stösst mich ins Geschlechter-Nirvana: alles ist möglich, nichts mehr zugeordnet, nichts mehr "typisch Frau". Aber um "typisch Frau" geht es mir auch gar nicht. Ich bin bestimmt kein Verfechter der quasi historischen Rollenverteilung mit Küche, Kinder, Wäsche waschen. Es geht mir um Identität, Werte, Qualitäten und Fähigkeiten, die Gott gegeben sind. Es geht mir um die Punkte, die Gott in mich, als Frau, gelegt hat, um gemäß meiner, bzw. Seiner Bestimmung für mich, leben zu können. Irgendetwas hat Gott sich doch bestimmt dabei gedacht, als er sich mich als Frau ausgedacht hat! Auch scheint er mich befähigt zu haben, den Mann, mit all seinen Qualitäten und Fähigkeiten, zu ergänzen, denn es heißt im 1.Mose Kapitel 2, dass Gott dem Menschen eine Hilfe machte, "die ihm entspricht", weil es nicht gut war, dass er alleine war. Ein Kapitel vorher lesen wir:




"Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie." [1.Mose 1,27]









In diesem zweiten Satz [der im ersten Schöpfungsbericht steht, und daher nochmal anders gewichtet ist] steckt ein Geheimnis von Identität, das ich noch nicht ganz enträtselt habe:

Identität
  1. als Mensch
  2. als Frau/Mann
  3. im Miteinander von Frau und Mann.
Gott hat nicht einfach nur Menschen gemacht. Er hat auch nicht hier Männer und da Frauen gemacht (so wie Hund und Katze - sind ja auch beides Vierbeiner). Er hat den Menschen als Mann und Frau gemacht. Weder der Mann noch die Frau sind das Ebenbild Gottes - der Mensch ist es! Weder Mann noch Frau sind einzeln zu sehen, sondern im Miteinander -obwohl sie beide auch ihre ganz geschlechtsspezifischen Rollen und Qualitäten, Eigenschaften und Fähigkeiten, kurz ihre eigene Identität haben.

Es erinnert mich irgendwie an die Trinität Gottes:
  1. Gott ist einer, nämlich Gott, der "Ich bin da"
  2. Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Heiliger Geist
  3. Gott ist drei bzw. die drei zusammen sind/ist Gott. Er ist nicht teilbar und unabhängig von den anderen "Teilen" zu sehen, ER ist "drei-fältig" und "drei-einig" zugleich

Vielleicht ist das mit uns Menschen ähnlich? (nur sind wir leider oft nur "ein-fältig", und "zwei-einig"-Sein fällt äußerst schwer)
Vielleicht gibt es gar keine "Selbst-Verwirklichung"?

Siehe auch Identität Teil I und II

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